Mittwoch, 20. Februar 2013

Die Mister-Made-Tänze

Ich würde zu gern wissen, wer sich diese Namen ausgedacht hat und warum und wer ihn oder sie dafür bestraft hat und wie.
Mein Lieblingstanz ist ohne jeden Zweifel. Mr. Beveridge’s Maggot. In „Stolz und Vorurteil“ sieht der ja ganz nett aus, aber nichts geht über das Original. An Mr. Beveridge’s Maggot kann ich die Aufnahmefähigkeit meines Gehirns gut messen. Bin ich wach und munter, kann ich mir auch die Abfolge der Tanzfiguren merken, habe ich schon einen ganzen Tanztag hinter mir, sollte ich ihn meiden, um meine Mittänzer nicht zum Stürzen zu bringen.

Ein sehr schöner Tanz ist Mr. Isaac's Maggot (nicht zuletzt wegen der Musik, die ja unweigerlich dazu gehört), jedoch nicht so komplex, Allerdings mag ich es nicht, wenn die Stücke in einem Affenzahn durchgespielt werden. Das nimmt dem Tanz das Erhabene, das einen glauben macht zu schweben.

Dann gibt es noch My Lord Byrons Maggot. Dies ist der Tanz, der sich für Anfänger besonders gut eignet, allerdings ein wenig- ich gebe es zu- langweilig ist, weil frau da meist nur rumsteht und schön aussehen muss. Nicht gerade sehr nervenaufreibend.

Und frage ich mich: wer hat den Tänzen den Beinamen MADE gegeben? Wegen der Tanzbewegungen? Eine andere Erklärung hab ich nicht finden können, mein Langenscheidtwörterbuch sagt das so und Babelfish bietet mir auch keine andere Alternative an.

Ich meine, Tolkien hatte seine Gründe, wenn er Bauer Maggot Bauer Maggot nannte, aber warum diese Tänze? Hat Mr. Playford nicht einen schönen Namen finden können? Wurden die Tänze nach den Besitzern der Schlösser benannt, in denen getanzt wurden? Und warum gibt es dann keinen Pemberley-Tanz? Oder Mr. Darcys Maggot?


O.k. ich hör ja schon auf. Darcy gab es nicht wirklich, und wenn es ihn denn gegeben haben sollte, so hieß er sicher nicht so. Ich könnte da jetzt mal recherchieren, habe aber keine Lust darauf, denn das hilft in meiner Frage auch nicht weiter. Also belasse ich es dabei, die Maden-Tänze zu tanzen und die Füße zu sortieren. Meet and lead and hinstellen, während Paar 1 (mal wieder) auswendet...



Mr. Isaac's Maggot

Sonntag, 17. Februar 2013

Einmal Mrs. Bennet sein!

Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte auf keinen Fall 5 Töchter haben, die ich verheiraten muss. 5 Töchter haben, die einen Beruf lernen schon eher, aber eigentlich doch nicht, wenn ich mir vorstelle, sie würden alle auf die Disko gehen, irgendwann einmal nach Hause kommen(oder auch nicht) und ich liege wach und denke: "Hoffentlich fallen die nicht auf irgendwelche Kerle rein, die doch nur "das Eine" wollen. Nein, zu anstrengend, viel zu anstrengend.

Es geht um Frisuren, besser gesagt: meine Frisur. Bisher hatte ich immmer eine hilfreiche Freundin zur Seite, die aus meinen wenigen Haaren eine Frisur gezaubert hatte. Aber nun bin ich dafür selbst verantwortlich. Ich hatte erwogen, Papilotten zu kaufen und die Haare einzudrehen. "Viel zu kompliziert", meinte V.,"besorg dir einfach einen Lockenstab."

Gesagt, getan. Ich habe besorgt und heute früh fand der erste Sebstversuch statt. Auf der Packung steht: innerhalb von 60 Sekunden heiß und gebrauchsfertig.
Stecker rein, warten. 1 Minute, 2 Minuten, 3 Minuten, 4...

Irgendwann sehe ich, das Teil hat einen Schalter. Einschalten, warten, nach einer Minute kann ich loslegen. Es funktioniert leidlich. Ich muss nur üben. Immerhin habe ich noch 3 Wochen dazu Zeit. Also dann!

Mittwoch, 13. Februar 2013

Ein Kleid, ein Kleid!

Empireball? Luisenball? Pfingstball? Das sind gleich 3 Gründe auf einmal für ein neues Kleid. Ich hatte an anderer Stelle berichtet, wie gut es mir nicht gelang, mich schneiderisch zu betätigen. Also begab ich mich auf die Suche nach jemanden, der sich damit auskennt.

Nein, ich schaute nicht in die Gelben Seiten, erst mal machte ich einen Ausflug nach Babelsberg, um dort festzustellen, dass der schöne Laden, wo ich mein erstes Kleid schneidern ließ, leider nicht mehr existiert. Also zurück in die Innenstadt. Hier war doch noch ein Laden...

Fehlanzeige. Der Laden ist weg, aber das Internet hat immer auf. Nach mehrmaligem Anlauf gelang es mir, den Kontakt herzustellen. Dazu gehörte u.a., dass ich mich in der Schiffbauergasse eine Stunde lang verlaufen habe, auf der Suche nach einem Haus mit gelben Backsteinen. Das Haus gibt es, mehrmals, also im Grunde genommen sind fast alle Häuser auf dem Gelände aus gelben Ziegeln.

Naja, es klappte also. Nun die nächste Entscheidung: Welche Farbe? Rot? Hab ich schon. Weiß? Zu jungfräulich. Gelb? Ach nee. Nun ist es ein sehr schönes Blau geworden. Das Kleid ist in Arbeit und wenn alles gut geht, werde ich es in zwei Wochen abholen können.

Bekanntlich ist Vorfreude ja die schönste Freude. Jetzt habe ich sie doppelt: auf das Kleid und auf den Luisenball. Bis dahin habe ich auch meinen Häkelumhang fertig gestellt, irgendwas muss ich ja schließlich auch selbst machen.

Das Loch in der Wand

Mein erster Tanztag in Potsdam, mitten in der Stadt, 5 Minuten von meiner Arbeitsstelle entfernt. Die Leute sind nett, die Musik großartig, die Tänze leicht. Das heißt: für mich, denn hier bin ich keine Anfängerin. Ich habe Tanzerfahrung und das erste, was ich erfahre ist, dass ich mit dem falschen Bein los tanze. Insgeheim denke ich, dass das egal ist, weil ich ja beim Ball ein langes Kleid tragen werde, wo man gar nicht sieht, mit welchem Fuß ich los laufe.

Neben mir ein junges Paar, SIE will tanzen, ER kommt mit. Das Auswenden scheint eine unüberbrückbare Hürde zu sein. Das verstehe ich, Erinnerungen kommen hoch, genau so war es auch mir ergangen. Ich habe die Hürde gemeistert, weil um mich herum viele erfahrene Tänzer waren, die mir gezeigt haben, wie es geht.

So auch hier. Nach einer Stunde hat SIE den Dreh raus. ER eher nicht. Ich weiß auch nicht, was ER sich nachher anhören darf und bin froh darüber, dass ich die Tänze kenne. Nur beim "Hole in the Wall" kommen mir Zweifel. Paar EINS wendet zweimal hintereinnander aus. Bei drei Paaren ist das irgendwie....

Ich hoffe, dass sich noch mehr Leute finden, die mit tanzen. Ich jedenfalls liebe es, gehe beschwingt nach Hause, hatte 2 Stunden lang Spaß und eine riesige Serotoninausschüttung.

Ich schwebe.

Gesucht und gefunden


Mein Metier ist das Singen, keine Frage, da kenne ich mich aus, das habe ich studiert, das habe ich Jahrzehnte praktiziert. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass es etwas gibt, dass mir eine ähnliche Glückseligkeit verschafft wie das Singen. Serotoninproduzent, Synapsen-Verbinder, Stresskiller, kostenlose Droge, überall verfügbar.
Aber es gibt tatsächlich etwas, was das Singen ersetzen kann: Das Tanzen!

Nach meinem ersten Tanzkurs war ich schier verzweifelt. Stolpern über eigene Füße, blutiger Anfänger in Gesellschaft von Profis, denen ich die Tänze durcheinander brachte. Tränen der Wut über mein verdammtes Unvermögen, jede Menge Selbstzweifel. Vorsatz: nie mehr!

Aber wie das mit schlechten Vorsätzen so ist: sie halten nicht an. Ein Jahr später der zweite Versuch, dann der dritte, der vierte. Mittlerweile kann ich mir ein Jahr ohne Tanztreffen nicht mehr vorstellen. Aber was mache ich in der Zwischenzeit?

Kommt Zeit, kommt Rat oder in meinem Falle der Kollege Zufall daher und der bescherte mir einen Tanzkurs in Wohnortnähe. Nun wird regelmäßig getanzt, jede Woche. Manchmal lohnt es zu warten.