Mein Metier ist das Singen, keine Frage, da kenne ich mich aus, das habe ich studiert, das habe ich Jahrzehnte praktiziert. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass es etwas gibt, dass mir eine ähnliche Glückseligkeit verschafft wie das Singen. Serotoninproduzent, Synapsen-Verbinder, Stresskiller, kostenlose Droge, überall verfügbar.
Aber es gibt tatsächlich etwas, was das Singen ersetzen kann: Das Tanzen!
Nach meinem ersten Tanzkurs war ich schier verzweifelt. Stolpern über eigene Füße, blutiger Anfänger in Gesellschaft von Profis, denen ich die Tänze durcheinander brachte. Tränen der Wut über mein verdammtes Unvermögen, jede Menge Selbstzweifel. Vorsatz: nie mehr!
Aber wie das mit schlechten Vorsätzen so ist: sie halten nicht an. Ein Jahr später der zweite Versuch, dann der dritte, der vierte. Mittlerweile kann ich mir ein Jahr ohne Tanztreffen nicht mehr vorstellen. Aber was mache ich in der Zwischenzeit?
Kommt Zeit, kommt Rat oder in meinem Falle der Kollege Zufall daher und der bescherte mir einen Tanzkurs in Wohnortnähe. Nun wird regelmäßig getanzt, jede Woche. Manchmal lohnt es zu warten.

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